Welches Kindergartenkonzept ist das richtige?

Welches Kindergartenkonzept ist das richtige?

Welches Kindergartenkonzept ist das richtige?

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Wenn das Kind „aus dem Gröbsten heraus ist“, wie es umgangssprachlich so schön heißt, dann müssen die Eltern sich Gedanken darüber machen, was das richtige Kindergartenkonzept ist. Kindergarten ist nicht gleich Kindergarten und die Eltern können wählen, ob der Nachwuchs einen städtischen, einen konfessionellen Kindergarten oder einen Waldkindergarten besuchen soll, ob vielleicht ein Montessori- oder ein Waldorfkindergarten infrage kommt. Jeder dieser Kindergärten hat sein eigenes Konzept und bevor eine Wahl fällt, sollten sich die Eltern ausführlich informieren.

Der städtische Kindergarten

Kindergärten, die unter städtischer Leitung stehen, sind in Deutschland besonders häufig zu finden. Die pädagogischen Ansätze, die in diesem Kindergartenkonzept verfolgt werden, sind immer unterschiedlich, denn es ist die Leitung des Kindergartens, die über das jeweilige Konzept bestimmt. Übergreifende Vorgaben gibt es hier nicht und die Mitarbeit der Eltern spielt eine eher untergeordnete Rolle. Es sind die staatlich ausgebildeten Erzieher, die zum Dreh- und Angelpunkte werden, die Beteiligung der Eltern beschränkt sich lediglich auf einen regelmäßig stattfindenden Elternabend.

Der kirchliche Kindergarten

Viele Eltern lehnen es in der heutigen Zeit ab, dass ihre Kinder schon früh mit dem Thema Religion in Berührung kommen. Ein Kindergarten, dessen Träger die evangelische oder die katholische Kirche ist, kommt daher nicht infrage. Zu diesem Kindergartenkonzept gehört eine religiöse Ausrichtung, auch Gebete oder Geschichten aus der Bibel gehören in einem konfessionellen Kindergarten zum Alltag. Was viele Eltern nicht wissen, sie müssen nicht zwingend Mitglied in einer der Landeskirchen sein, damit das Kind in einen kirchlichen Kindergarten kommen kann. Kindergärten, deren Träger die katholische Kirche ist sehen es allerdings gerne, wenn die Eltern katholische Christen sind. Vielfach wird es so gehalten: Wenn es viele Anfragen gibt, werden zunächst die Kinder angenommen, deren Eltern die passende Konfession haben, erst dann folgen die Kinder, die einer anderen Konfession angehören. Schwer haben es vor allem die Kinder, deren Eltern muslimischen Glaubens sind.

Das Kindergartenkonzept nach Waldorf

Wenn die Eltern ihr Kind in einem Waldorfkindergarten schicken möchten, müssen sie zunächst einmal Mitglied des Kindergartens werden. Mit dieser Mitgliedschaft verpflichten sich die Eltern, aktiv am Kindergartenkonzept mitzuarbeiten und es mitzugestalten. Das Waldorfprinzip geht auf den Pädagogen Rudolf Steiner zurück, der die freie Entfaltung des Kindes in den Mittelpunkt gestellt hat. Zudem steht bei diesem Kindergartenkonzept die Verankerung des individuellen Ich im Einklang mit der Welt im Fokus. Der Tagesablauf in einem Waldorfkindergarten ist strukturiert, die Gruppen umfassen nicht mehr als 20 Kinder und die Nähe zur Natur wird stark gefördert.

Der Montessori-Kindergarten

Das Kindergartenkonzept der Montessori-Kindergärten ähnelt dem Konzept der Waldorfkindergärten. Auch hier steht die selbstbestimmte Entwicklung der Kinder im Mittelpunkt und die Erzieher arbeiten mit ganz speziellen Materialien, wenn sie mit den Kindern spielen. Das Ziel der Erziehung nach Maria Montessori ist, dass die Kinder immer aus ihrem eigenen Lerntrieb heraus die Welt für sich entdecken und erkunden. Die Beziehung zwischen den Erziehern und den Kindern ist jedoch von einer bestimmten Distanz geprägt, denn das soll den Kindern einen Spielraum ermöglichen, damit sie in der Lage sind, aus eigenem Impuls die Initiative zu ergreifen. Montessori möchte erreichen, dass die Kinder zu selbstständigen und vor allem zu selbstbewussten Menschen heranreifen.

Der Waldkindergarten

Das Konzept des Waldkindergartens ist relativ einfach: Die Kinder sind bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur draußen in der freien Natur. Feste Räume gibt es nicht, sondern lediglich einen Bauwagen, der als zentrale Stelle für das Bringen und Abholen durch die Eltern gedacht ist. Beiträge der Eltern werden nicht nur gewünscht, sie werden auch sehr gerne gesehen, denn sie haben ein Mitspracherecht, wenn es um das pädagogische Konzept geht. Für die meisten Kinder ist der Aufenthalt in einem Waldkindergarten ein großes Abenteuer, denn sie können in der Natur spielen und toben.

Bild: © Depositphotos.com / anatols

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Ulrike Dietz

“Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

— Ulrike Dietz

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