Wahlrecht ab der Geburt – Utopie oder guter Vorschlag?

Wahlrecht ab der Geburt – Utopie oder guter Vorschlag?

Wahlrecht ab der Geburt – Utopie oder guter Vorschlag?

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Normalerweise darf in Deutschland nur derjenige wählen, der volljährig, also mindestens 18 Jahre alt ist. Wenn es aber nach Johanna Uekermann geht, dann sollten Kinder gleich mit der Geburtsurkunde auch das Wahlrecht bekommen. Die Juso-Vorsitzende findet den Weg zum allgemeinen Wahlrecht zu lang und möchte die Diskriminierung von Kindern und Jugendlichen endlich beenden. Wie das allerdings genau funktionieren soll, dazu machte Frau Uekermann jedoch keine Angaben.

Die Eltern als Treuhänder?

Wer unter 18 Jahre als ist, sich aber registrieren lässt, der darf nach dem Willen der Juso-Chefin auch an die Wahlurne treten. Das Modell des Familienwahlrechts, bei dem die Eltern quasi als Treuhänder ihrer Kinder wählen, lehnt Johanna Uekermann hingegen ab, denn das würde nur das Prinzip unterwandern, dass jede Wählerstimme auch das gleiche Gewicht in die Waagschale legt. Sie möchte beim Wahlrecht ab Geburt, dass die Eltern keinen Einfluss auf die Wahl ihrer Kinder nehmen.

Der demografische Wandel

Johanna Uekermann begründet ihren Vorschlag auch mit dem Argument des demografischen Wandels. Noch ist nur ein Fünftel der Wähler im Rentenalter, aber im Jahre 2050 wird es jeder Dritte sein. Für die junge Generation wird es also immer schwerer, sich bemerkbar zu machen, und daher fordert Uekermann jetzt schon das Wahlrecht ab der ersten Lebensminute. Mit diesem Thema will sie zusammen mit der SPD und den Grünen in den kommenden Wahlkampf ziehen.

Theorie und Praxis liegen sehr weit auseinander

In der Theorie lassen sich die Beweggründe der Juso-Vorsitzenden vielleicht noch einigermaßen nachvollziehen, aber wie soll die Praxis aussehen? Sobald Kinder schreiben können, dürfen sie sich für die Wahl registrieren, es darf aber bezweifelt werden, dass sie die Inhalte der Parteiprogramme auch verstehen können. Die Parteien wären gut beraten, schon einmal darüber nachzudenken, wie die Wahlplakate in Zukunft aussehen sollen, denn ob sich Kinder von markigen Sprüchen beeindrucken lassen, ist eher unwahrscheinlich. Die Plakate müssten kindgerecht sein und vielleicht schön bunt, denn das kommt bei kleinen Kindern besonders gut an.

Bild: © Depositphotos.com / volkovslava

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

— Ulrike Dietz

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