Kinder und Großeltern – eine ganz besondere Beziehung

Kinder und Großeltern – eine ganz besondere Beziehung

Kinder und Großeltern – eine ganz besondere Beziehung

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Wenn aus Eltern Großeltern werden, dann beginnt ein neues Zeitalter. Wie die Eltern, so bekommen auch die Großeltern ein Kind geschenkt, aber die etwas nervenaufreibenden Aufgaben wie zum Beispiel die Erziehung des Kindes, bleiben den Eltern vorbehalten, die Großeltern übernehmen die Aufgabe, den Nachwuchs nach Strich und Faden zu verwöhnen. Kinder und Großeltern – das war noch vor wenigen Jahren eine andere Beziehung als es heute der Fall ist, denn die Alten von damals sind jung geblieben, aber noch immer sind sie die wichtigste Betreuungsinstanz nach den Eltern.

Kinder und Großeltern – wer lernt von wem?

Man sollte meinen, dass Kinder von den Großeltern lernen, aber es ist umgekehrt, denn Kinder entdecken überall etwas Neues und öffnen den Großeltern die Augen für Dinge, die Oma und Opa schon lange nicht mehr sehen. Die Großeltern werden durch die Kinder toleranter, sie wollen die Welt nicht nur durch die Augen der Enkel sehen, sie versuchen auch, sich in ihre Welt hineinzuversetzen. Auf der anderen Seite bekommen die Kinder durch die Großeltern einen anderen, völlig neuen Blick auf die Familie. Die Oma erzählt von vergangenen Zeiten und was damals anders war. Durch die Großeltern bekommen die Kinder Gespür und auch Verständnis für das Alter und die damit verbundene Gebrechlichkeit. Kinder und Großeltern führen eine besondere Beziehung, von der beide Seiten profitieren.

Großeltern sind zum Liebhaben

Die meisten Großeltern sehen ihre Enkel nur stundenweise und möchten diese kurze Zeit so angenehm wie möglich gestalten. Das bedeutet, dass die Kinder bei der Oma größere Freiheiten genießen als bei den Eltern. Bei der Oma gibt es vielleicht zwei Portionen Eis zum Nachtisch und man darf ein bisschen länger fernsehen als zu Hause bei den Eltern. Die Großeltern haben alle Zeit der Welt, sie lesen vor, spielen „Mensch-ärger-Dich-nicht“ ohne rauswerfen und wenn man mit der Oma und dem Opa einkaufen geht, dann gibt es viele schöne Sachen, zu den Eltern nein gesagt hätten. Großeltern müssen nicht konsequent und auch nicht streng sein, sie lassen Nachsicht walten. Kinder fühlen sich so aufgehoben und angenommen, was wie ein kleiner Urlaub vom Alltag ist.

Die Großeltern als Betreuungspersonen

In den Großfamilien früherer Zeiten sah die Beziehung Kinder und Großeltern ein wenig anders aus, denn die Großeltern übernahmen auch die Aufgabe, die Enkel zu erziehen. Das ist in den heutigen Kleinfamilien nicht mehr oft der Fall. Heute sind es vor allem Alleinerziehende, die öfter auf die Großeltern als Betreuungspersonen zurückgreifen müssen, was nicht selten zu Spannungen in den Familien führt. Kinder finden sehr schnell heraus, wie sie Eltern und Großeltern gegeneinander ausspielen können, daher sollten beide an einem Strang ziehen und sich einig sein, wenn es um die Erziehung geht. Die Großeltern müssen sich als Betreuungspersonen mit modernen Erziehungsmaßnahmen auseinandersetzen, aber das fällt nicht immer leicht. Das Verhältnis Eltern und Großeltern sowie Kinder und Großeltern sollte durch Regeln bestimmt werden, die alle beherzigen müssen, denn dann wird das Zusammenleben entspannt und stressfrei.

Regeln für die ganze Familie

Wenn es zwischen Eltern und Großeltern zu Unstimmigkeiten kommt, dann leiden die Kinder darunter, bestimmte Regeln können hier einen Loyalitätskonflikt vermeiden:

  • Erziehung sollte die Aufgabe der Eltern sein, sie entscheiden, wo es langgeht.
  • Die Großeltern sollten in die Entscheidungen der Eltern einbezogen werden.
  • Kommt es zu Unstimmigkeiten, dann sollte nach Lösungen gesucht werden, mit denen alle Parteien leben können.
  • Die Großeltern sollten nicht überfordert werden, vor allem, wenn Oma und Opa schon etwas älter und schneller überfordert sind.

Kinder und Großeltern – das ist eine besondere, meist sehr innige Beziehung, von der auch die Eltern profitieren. Wenn die drei Generationen sich einig sind und einen respektvollen Umgang miteinander pflegen, dann steht einer großen zufriedenen Familie nichts mehr im Wege.

Bild: © Depositphotos.com / kolinko_tanya

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

— Ulrike Dietz

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